Freitag, 30. September 2016

Haarschmucksammlungen... wie auswählen und einkaufen? Wie reduzieren?

Wie kürzlich als Anmerkung in einem Uralt-Idiots Guide-Post angekündigt, und letztens per PN mit einer sehr netten Person diskutiert, möchte ich mich noch mal aktuell und etwas entspannter zum Thema äußern.

Besonderes Augenmerk möchte ich hierbei auf vernünftigen *höhö* Einkauf und Decluttering (sinnvolles Aussortieren und Verkleinern) zu großer Sammlung oder Totholz legen.

Haarschmuck sinnvoll auswählen und einkaufen

Man erspart sich Schrankleichen bzw. Utensiloleichen, wenn man ein wenig mit Bedacht einkauft und baut keine riesige nutzlose Galerie an Tinnef und Untragbarem auf, wenn man sich an folgende Punkte hält:
  • Gefällt mir das Teil überhaupt so richtig?
  • Passt es zu meiner normalen Kleidung und meinen Accessoires? Vom Stil her und farblich?
  • Kann ich mir das Teil überhaupt leisten? (Auf diesen Punkt gehe ich gleich näher ein.)
  • Werde ich es tragen? Oder finde ich nur das Holz/den Stein/das Metall/den Stil/die Handwerkskunst dahinter genial?
  • Vielleicht auch nur, weil ich den Hersteller aus dem Forum kenne und sehr mag?
  • Will ich es nur haben, weil alle es toll finden, weils grad Mode im Forum ist, damit ich mitreden kann?
  • Würde mir das Teil jetzt grade aktuell oder in naher Zukunft passen? Oder ist es viel zu riesig? Oder wäre ich in zwei, drei Monaten schon wieder rausgewachsen?
  • Ist es zu filigran oder zu klobig für meinen Haartyp?
  • Trage ich überhaupt die Frisuren, für die es gedacht ist?
  • Ist es stabil genug?
  • Ist es im Alltag tragbar? Kann ich damit ins Büro gehen, ohne dass meine Kollegen sich beömmeln? Und beim Sport?
  • Sehr teure Stücke: wird es mir auch in ein paar Jahren noch gefallen? 175 € (oder mehr) für eine handgemachte und hochwertige Forke auszugeben, die mir schon in einem halben Jahr zu kitschig, chic, elegant, whatever ist und einstaubt, bedeutet, die 175 € praktisch zu verbrennen.
  • Wer sein Längenziel noch nicht erreicht hat: Wiederverkaufswert?
Positive Antworten auf alle Fragen? Super, dann kauf das Teil und erfreue Dich daran.


Der Preis

Was den Preis angeht: ich halte mich, wie bei teurer Kleidung, an das Prinzip price per wear, d. h., ich überlege mir, wie oft ich das teure Schmuckstück tragen werde und überlege dann, ob es mir das wert ist; meine SL-Bonbons und -KPOs zum Beispiel waren so oft mit mir unterwegs, dass der price per wear bei ~1 € je Stück liegt.

Das macht diese nicht wirklich billigen Lieblinge zu einem guten Deal, während ich bei den auch sehr schönen und günstigen Piercing Island-Stäben bei ~5 € je Dutt liege.

Außerdem empfehle ich ganz besonders den Dauerklammen unter uns lieber ne Mark bzw. nen Euro mehr auszugeben und dafür was Gescheites, Robustes und Schönes zu haben, als den Einkauf von massenhaft Billigkram, der ruckizucki übern Jordan ist oder Euch in seiner Hässlichkeit und Billo-Optik ankotzt.

Deshalb mein paradox erscheinender Tipp aus der Praxis: immer den price per wear miteinkalkulieren!

Von einem hochwertigen Holz-, Acryl- oder Metallstück, das man gerne verwendet und rundum gut findet, hat man nämlich mehr als von einem 2 €-Billigstäbchen aus Plastik mit abblätternder Farbe.
Lieber mal ein Weilchen auf was Gutes sparen, da hat man mehr von. Ehrlich.

Wir sind zu arm, um schlechtes Zeug zu kaufen! ;)


Decluttering

 Mein Tipp, um monströse Sammlungen mit monatelang, ewiglang nicht oder nie Getragenem zu vermeiden: für spezielle Anlässe wie Abi-Ball, Brautfrisur, halbwegs regelmäßige Konzertbesuche, Events wie dem WGT oder meinetwegen auch Mittelaltermärkten ist es okay, besondere, ansonsten wenig getragene Stücke zu haben.

Einfach nur aus Frust, Langeweile, weils billig ist oder alle es ganz ganz toll finden, etwas zu kaufen, resultiert mit der Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Sammlung des Grauens, mit nie getragenen Schätzchen, einer zugerümpelten Sammlung und reichlich verbranntem Geld.

Meine Tipps zum Abbau eines Utensiloleichenfriedhofs:
  • wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und sich die wenig, nie oder schon lange nicht mehr getragenen Teile bis an die Decke häufen, wird erstmal sortiert, was ideellen Wert hat: mit diesem Steckkamm im Haar hast Du den tollsten Mann/die wunderbarste Frau der Welt geheiratet? Behalten!
  • diesen nie getragenen Stab hat Dir eine ganz besondere Person geschenkt? Behalten!
  • Dein erster Stab? Ich habe ihn noch. Aber ich empfehle auch hier das Überdenken, ob exakt dieser olle Stab wirklich ideellen Wert hat. (Ich trage meinen noch.)
  • das Ding war teuer, ist aber für Dich untragbar? Aussortieren.
  • CO, aber niemals oder nur ein paar Mal vor längerer Zeit ausgeführt? Aussortieren.
  • Du trägst es nie, bewahrst es aber mit religiöser Inbrunst, weil es so unglaublich schön ist? Denk drüber nach - entweder aussortieren (solche schönen Dinge sind zu schade, um sie ungetragen zu lassen; gönn jemandem die Freude, sie auszuführen) oder als Deko in die Wohnung integrieren, was ich persönlich für die schlechtere Lösung halte.
  • Du bist rausgewachsen und das Ding liegt als Totholz herum? Aussortieren.
  • In einem Anfall von Wahnsinn ein Teil gekauft, das so klobig oder groß ist, dass Dich sein Anblick frustriert? Ganz schnell aussortieren!!
  • das an sich hübsche Teil passt nicht mehr zu Deinem Stil? Die Farbe gefällt Dir nicht mehr? Sortiere es aus.
  • Es ist defekt: repariere es selbst oder lass es reparieren. Bei hochwertigem Schmuck lohnt sich das Einschicken oder der Gang zum Goldschmied, raues Holz lässt sich, sofern unlackiert, mit etwas Sandpapier und einer Polierfeile abschleifen.
  • das Schmuckstück ist etwas zu lang gekauft, ansonsten passt alles? Kürz es selber oder lass es kürzen, die meisten Hersteller machen das für wenig Geld oder sogar umsonst.

Nach dem Sortieren

Haarschmuck einfach in die Tonne zu kloppen gilt nur bei totaler Zerstörung oder unrettbar mieser Verarbeitung, alles andere ist zu schade dazu.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Aussortiertes mit gutem Gewissen quitt zu werden:
  • verschenken. Ich habe auf Forentreffen auch schon teurere und schöne Teilchen verschenkt - es ist mir zu schade, ein Stück wertvolle Handarbeit in der Schublade verschwinden zu lassen, wenn es jemand anderes lieben und hegen könnte.
  • tauschen. Auch hier bieten sich Forentreffen an - viele nehmen gerne Ungeliebtes zum Tauschen mit. Größere Foren haben Swapboards, auch bei Facebook gibt es eine Haarschmucktausch- und Verkaufsgruppe, in der die User sehr aktiv sind und mit der ich gute Erfahrungen gemacht habe. So können zu große/kleine oder farbliche Fehlkäufe gegen etwas Passenderes getauscht werden.
  • verkaufen. Bekannte und qualitativ hochwertige Marken wie Ficcare, Flexi8, Ursa Minor, Grathoe, Baerreis und Senza Limiti erzielen auch bei Ebay gute Preise (ich schaue gelegentlich interessehalber rein), ich würde aber eher, sofern die Regeln dies erlauben, Swapboards oder eben die Facebookgruppe nutzen.

Ich hoffe, dieser Post hat Euch ein wenig genützt!