Montag, 1. Mai 2017

Materialkunde für Edlehaarschmuck: Silber reinigen

Da mir leider zu spät eingfallen ist, was für ein gutes Blogthema das doch ist, kann ich leider nicht mit Bildern dienen, obwohl einige Teile kaum noch als Silber zu erkennen waren 😱

Es gibt verschiedene Methoden, angelaufenes Silber an Haar- und anderem Schmuck wieder blank zu bekommen:

  1.  Regelmäßig direkt auf der Haut tragen. Scheidet bei Haarschmuck leider aus, bei Ketten, Ohrringen und Armbändern wirkt es mit der entsprechenden Hautchemie sehr gut - ich habe mein Panzerarmband aus Sterlingsilber NOCH NIE geputzt und es ist perfekt blank. 
  2. Ein spezielles Reinigungsbad. Braucht Zeit und kostet auch gar nicht mal so wenig. Zudem würde ich mir, insbesondere wenn ich Kinder und/oder Tiere habe, überlegen, ob ich einen Topf nicht ganz harmloser Chemikalien mehr oder minder offen rumstehen haben möchte. 
  3. Zahnpasta und -bürste. Mein Bruder putzt so regelmäßig seinen Silberschmuck, allerdings können die Schleifpartikel auf Dauer das Silber und etwaige Schmucksteine verkratzen. Eine gute Methode für den Notfall, aber nichts auf Dauer.
  4. Silberpolitur. Milder als Zahnpasta, aber das gleiche Dilemma. Grade altes, empfindliches und/oder nur dünn versilbertes würde ich nicht damit reinigen wollen.
  5. Silberputztuch. Auch hier wird beim Putzen eine hauchfeine Schicht Silber mitentfernt, trotzdem ist diese Methode schonender als Zahn- oder Polierpaste. Leider auch arbeitsintensiver. Achtung bei Schmucksteinen, insbesondere organischen (Koralle, echten Perlen, Perlmutt) oder stabilisierten (Türkis, Lava, Opalen)!
  6. Alufolie, Salz und heißes Wasser. Auch bei dieser Methode, die physikalisch arbeitet (man frage mich keine Einzelheiten *hust*) verschwindet eine sehr feine Schicht Silber im Nichts bzw. im Abfluss. Versuchsaufbau: Alufolie in eine hitzefeste Schale oder Becher krumpeln, orentlich Salz drauf und soviel heißes Wasser dazu, dass das angelaufene Silber bedeckt ist. Dann stehen lassen, bis die Brühe abkühlt. Es wird zu müffeln anfangen, wenn sich das Oxid löst. Ich verwende diese Methode für Sachen, die zu klein oder filigran fürs Silberputztuch sind, allerdings ist Vorsicht geboten bei Holz (kann aufquellen, geöltes Holz wird stumpf) und empfindlichen Steinen - die könnten  eventuell Schaden nehmen, bzw stumpf werden.
  7. Vorbeugen. Vorbeugen ließe sich das Oxidieren mittels luftdichtem Abschließen, zum Beispiel in einem Zipperplastikbeutel, am besten unter Zugabe eines Anti tarnish-Papierchens. Die sind nicht allzu teuer übers Internet oder evtl beim Juwelier zu bekommen, und Zipperbeutelchen gibts in verschiedenen Größen auch bei Tedi für wenig Geld.

Da ich nicht allwissend bin, freue ich mich, wenn Ihr noch eine Methode oder Fachwissen beisteuern könnt!
Ansonsten hoffe ich, dass dieser Post Euch ein wenig dabei hilft, Eure Schätze schön zu halten.